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Mit dem
Aufkommen der Inquisition im 13.Jahrhundert fanden die
ersten Hexenprozesses statt. |
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Der Hexenwahn
erfasste somit auch den Harz. |
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Die Kirche
verbreitete die Vorstellung, dass Menschen die sich mit
Hexensalben, Magie und geheimnisvollen Zaubersprüchen
befassten, mit dem Teufel im Bunde seien müssen und Tod
über den Menschen und das Vieh bringen wird. |
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Selbst Martin
Luther (1483-1546) war
Beführworten der gerichtlichen Verfolgung von Hexen und
Zauberer. In seiner Predigt vom 06.05.1526 verlieh er
dem mit folgenden Sätzen Nachdruck: |
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Luther
rechtfertigte sich darauf hin wie folgt: |
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>>Die Hand,
welche das Schwert führet und würget, ist nicht mehr in
Menschenhand, sondern in Gottes Hand, und nicht der
Mensch, sondern Gott hänget, rädert, enthauptet, würget,
krieget<< |
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Besonders
grausam war die Hexenverfolgung während des
Dreißigjährigen Krieges von 1618-1648. |
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Im
Wernigeröder Rathaus befand sich unter den
Folterwerkzeugen eine eiserne Maske, die glühend der
überführten Hexe auf das Gesicht gedrückt wurde. Auf dem
Weg zur Verbrennung wurde die Hexe unter dem gebimmle
des Armesünderglöcklein auf dem Schinderkarren durch den
Ort gefahren. Die Sünderin war im Gesicht gebrandmarkt
und der Kopf kahl geschoren. |
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Dies hatte
den Zweck, den Gaffern am Wegesrand zu zeigen, das es
keine von ihnen sei, denn zeigte nach der Entstellung
ihre >Teufelsfratze<. |
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Die Hexe Anna
Davids wurde am 10.Okt.1656 vor dem Niedergässer Tor zu
Stolberg mit dem Schwert gerichtet, um im Anschluss
verbrannt zu werden. |
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So >gnädig<,
mit vorheriger Erdrosselung oder Enthauptung, war man
nur in minderschweren Fällen. |
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In schweren
Fällen wurde gnadenlos bei lebendigen Leibe verbrannt.
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Aber auch
hier konnte der Henker je nach Urteil darüber
entscheiden, ob die Verbrennung schnell oder langsam
vonstatten ging. Um die Qualen zu verlängern, wurde das
Reisig vorher angefeuchtet. Mit etwas Glück ersticke die
Hexe vorher im Rauch. |
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Wenn nicht,
erreichte die Glut nach einiger Zeit, bei vollem
Bewusstsein die blanken Beine, es bildeten sich Blasen,
brodelten und zerplatzen. Die Glut zog sich über den
schwarz-rot verbrannten Körper, Gestank machte sich
breit. Unter unsäglichen Schmerzen schrie und wand sich
das Opfer. |
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Der Henker
hatte dafür zu sorgen, das die Hexe nicht nur verkohlte,
sonder komplett verbrannte, um sie im Anschluss in den
Fluß zu schütten, damit sich keiner etwas für
Zauberzwecke der Asche, oder sich eventuell von den
Resten des Körpers was entnehmen konnte. |
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1575 wurde in
Quedlinburg der Margarete Flachs der Prozess gemacht und
stirbt qualvoll auf dem Scheiterhaufen. Der Hebamme aus
dem nahe gelegenen Ditfurt wurde Hexerei vorgeworfen,
nachdem sie Leute aus dem Dorf von diversen Leiden,
gegen Bares, befreit habe. - Die Prozessakte liegt noch
heute im Quedlinburger Rathaus. |
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Wie überall,
war man auch in Quedlinburg nicht zimperlich mit den
Angeklagten. |
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Gefoltert
wurde überwiegend im Keller des Rathauses und im
Schreckensturm, der heutzutage als Herberge dient
und von Touristen gern gebucht wird.
(Bild links) |
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Dank der
deutschen Gründlichkeit, was keine Erfindung unserer
heutigen Beamten ist, existieren nicht nur Akten über
Folter und Hinrichtungen, sondern auch Rechnungen, die
belegen, dass der Henker, sowie das Holz für den
Scheiterhaufen vom Angeklagten, oder dessen Angehörigen
bezahlt werden musste. |
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Zur damaligen
Zeit waren die kirchliche und staatliche Macht sehr eng
miteinander verknüpft. Gemeinsam war man bemüht ein
Hexenbild zu entwerfen. |
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Bevor nun der
Hexenhammer, - Handbuch der Hexenverfolgung, 1486
erstmals von Heinrich Kramer aus Speyer veröffentlicht,
- zur Anwendung kam, konnten die Angeklagten versuchen
ihren christlichen Glauben und die Magie, wie zum
Beispiel die Kräuterheilung zu vereinbaren. |
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Vorbei waren
die Hexenprozesse erst, als die Gerichte nicht nur auf
Folter setzten, sonder vernümpftige Beweise forderten. |
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